Das Stabilitätsurteil
Das Stabilitätstal
Trägt man jedes bekannte Nuklid mit Protonen auf der einen und Neutronen auf der anderen Achse auf, bilden die stabilen Nuklide ein schmales, gekrümmtes Band — das Stabilitätstal. Leichte Elemente liegen nahe bei N = Z. Mit zunehmendem Z stoßen sich Protonen stärker ab, und der Atomkern benötigt verhältnismäßig mehr Neutronen, um gebunden zu bleiben; daher biegt sich das Band nach oben in Richtung N ≈ 1,5 Z.
Liegt ein Nuklid oberhalb des Bandes, ist es neutronenreich: Ein Neutron wird in ein Proton umgewandelt und es emittiert ein Elektron (β⁻-Zerfall). Liegt es darunter, ist es protonenreich, sodass ein Proton in ein Neutron umgewandelt wird und es ein Positron emittiert (β⁺-Zerfall). Hinter Bismut (Z = 83) endet das Tal einfach — keine Anordnung von Neutronen kann so viele Protonen auf unbegrenzte Zeit zusammenhalten.